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Deutsche Unternehmen befürchten zunehmende Cyberattacken. Bei welchen Delikten die Risikowahrnehmung besonders hoch ist.
Deutsche Unternehmen befürchten eine weitere Zunahme von Cyberangriffen. Das geht aus der KPMG-Studie „e-Crime 2022“ hervor. Demnach schätzen 91 Prozent der Befragten das Risiko für deutsche Unternehmen, Opfer einer Cyberattacke zu werden, als hoch oder sehr hoch ein. Damit wuchs dieser Wert im Vergleich zu den Vorgängerjahren nochmals an (2017: 88 Prozent, 2019: 92 Prozent).
Wird allerdings nach der Risikoeinschätzung für das eigene Unternehmen gefragt, fallen die Werte deutlich niedriger aus: So schätzten 2017 88 Prozent der Teilnehmer die Cyber-Risikolage für deutsche Unternehmen als hoch oder sehr hoch ein. Doch nur 48 Prozent kamen für das eigene Unternehmen bzw. Arbeitgeber zu dieser Risikoeinschätzung. Auch 2022 besteht diese Lücke, aber sie wird kleiner. Denn 2022 kamen immerhin 61 Prozent der Befragten zu dem Schluss, dass auch das eigene Unternehmen einer hohen oder sehr hohen Cyber-Gefahr ausgesetzt ist.
Furcht vor Cyber-Erpressung nimmt besonders stark zu
Bei der delikt-spezifischen Risikowahrnehmung lässt sich feststellen, dass die Furcht, Opfer von digitaler Erpressung zu werden, besonders stark zugenommen hat. Noch 2017 war dieses Risiko mit 49 Prozent der Nennungen das am wenigsten hoch oder sehr hoch eingeschätzte Risiko. 2022 geben aber 82 Prozent der befragten Unternehmen an, dieses Risiko für hoch oder sehr hoch zu halten. Als mögliche Ursache wird in der KPMG-Studie auf „prominente Ransomware-Fälle“ wie REvil, DarkSide oder Hive verwiesen. Erpressungsfälle sind 2022 jedenfalls das in der Wahrnehmung am stärksten gewachsene Cyber-Risiko. Wie die delikt-spezifischen Risiken wahrgenommen wurden und wie sich dieser Wert im Vergleich zur Vorgänger-Erhebung (2019) entwickelte, zeigt folgende Liste:
Computerbetrug 93 Prozent; Zunahme: + 5 Prozentpunkte Datendiebstahl 90 Prozent; Zunahme: + 2 Prozentpunkte Erpressung 82 Prozent; Zunahme: + 12 Prozentpunkte Verletzung von Geschäftsgeheimnissen 72 Prozent; Zunahme: keine; seit 2017 unverändert Computersabotage 69 Prozent; Zunahme: + 5 Prozentpunkte Verletzung von Urheberrechten 65 Prozent; Veränderung: – 6 Prozentpunkte Manipulation von Konto- und Finanzdaten 52 Prozent; Zunahme: + 1 Prozentpunkt
Über die Studie:Das Sozialforschungsinstitut Kantar befragte zwischen Februar und Mai 2021 und von November 2021 bis Februar 2022 Mitarbeitende von 1.000 repräsentativ nach Branche und Umsatz ausgewählten Unternehmen zu ihren Erfahrungen im Feld der Computerkriminalität.

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